Koordination

Begriffsbestimmung, Koordinative Fähigkeiten, Trainingsmethoden, Tests

Begriffsbestimmung Koordination:

Fähigkeit, das neuromuskuläre System, bestehend aus sensiblen und motorischen Nervensystem sowie dem Bewegungsapparat, zur Durchführung komplexer Bewegungsmuster abzustimmen.
Eine gute Koordination ist Vorraussetzung für effektive Bewegungen und damit für das Erreichen sportlicher Ziele. D.h. mit einer guten Koordination werden Bewegungen ökonomischer ausgeführt, der Athlet spart Kraft bzw. kann seine vorhandene Kraft besser ausnutzen. Ein weiterer Vorteil einer guten Koordination ist die rationelle Aneignung von Bewegungen, das erleichterte Neu- oder Umlernen von sporttechnischen Fähigkeiten/Fertigkeiten.
Nicht zuletzt ist eine gute Koordination auch eine gute Unfall-/Verletzungsprophylaxe (Z.B. Vermeidung von Stürzen, Kollisionen etc.)

Differenziere:

Koordinative Fähigkeiten

Hier gibt es verschiedene wissenschaftliche Ansätze, da sich Komponenten der koordinativen Fähigkeiten nicht so einfach wissenschaftlich belegen lassen.
Ein grundlegendes Problem bei der Erfassung von koordinativen Komponenten ist die Tatsache, dass es allgemeine koordinative Fähigkeiten, die sich problemlos auf verschiedene motorische Fertigkeiten übertragen lassen so nicht nachweisbar sind. So ist die bei einem Mountainbiker durchaus vorhandene Gleichgewichtsfähigkeit nicht problemlos auf das Rudern zu übertragen. Es wird deshalb immer mehr daran gezweifelt, ob es überhaupt möglich ist ganz allgemein z.B. die Gleichgewichtsfähigkeit zu trainieren.
Auch wenn das Fähigkeitskonzept (Hirtz ergänzt mit Blume) wie oben dargestellt, problematisch ist, bietet es eine erste Orientierung und Systematisierung von für die Bewegungssteuerung erforderlichen Fähigkeiten.

Fähigkeit Beispiel
Reaktionsfähigkeit Fähigkeit zur schnellen Einleitung und Ausführung von zweckmäßigen Aktionen auf ein Signal
Rhythmusfähigkeit Fähigkeit, Bewegungen in bestimmter zeitlichen Abfolge auszuüben Bsp. 3 Schrittrhythmus bei der Körpertäuschung/Schlagwurf
Gleichtgewichtsfähigkeit Fähigkeit den Körper in Balance zu halten bzw. nach einer Störung (z.B. Stoß eines Gegenspielers) wieder eine stabile Körperlage einzunehmen
Orientierungsfähigkeit
räuml./zeitl.
Fähigkeit Veränderungen von Körpern in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension zu erfassen. Z.B. Pass in den Lauf des Mitspielers, Flugbahn eines Balls vorausberechnen und den Laufweg/-geschwindigkeit darauf abstimmen.
kinästhetische Differenzierungsfähigkeit Fähigkeit zur hohen Feinabstimmung einzelner Bewegungsphasen, die in großer Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsökonomie zum Ausdruck kommen. z.B. Heber
Kopplungsfähigkeit Fähigkeit, Teilkörperbewegungen zweckmäßig zu koordinieren. Bspw. Laufbewegung der Beine mit der Wurfbewegung eines Arms oder der Abwehrbewegung beider Arme zu koordinieren
Umstellungsfähigkeit während der Ausführung einer Bewegung auf Grund einer Situationsveränderung die bisherige Bewegung abändern oder gar unterbrechen und mit einer anderen Bewegung beginnen. Bsp. für Umstellungsfähigkeit wäre z.B. aus der seitlichen Abwehrbewegung heraus einen Sprint zum Tempogegenstoß durchführen.