Trainingslager

Tipps für ein erfolgreiches Trainingslager

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Allgemeine Tipps Wählen eines Zeitpunktes Ort Betreuer Verpflegung Inhalt Training Freizeit
Bunter Abend Versicherung Aufsichtspflicht

Vorwort:

Die Planung und Durchführung eines Trainingslagers wie hier beschrieben richtet sich vor allem an Trainer und Betreuer von Jugendmannschaften. Vielleicht finden auch Trainer von Erwachsenenmannschaften den ein oder anderen nützlichen Tipp, die Durchführung eines Trainingslagers für Erwachsene wird aber in einigen Punkten doch etwas abweichen, da Erwachsene (je nach Alter und Reifegrad (;-) )doch etwas andere Bedürfnisse haben.

Allgemeine Tipps

Lassen sie sich nicht von "alten Hasen" abschrecken, die ihnen von einem Trainingslager abraten und sie für vollkommen übergeschnappt erklären wenn sie auf die Idee kommen so etwas durchzuführen. Meine Erfahrungen - und ich glaube da spreche ich für die meisten Trainer/innen - sind durchweg positiv. Ich will ihnen jetzt keine Illusionen machen, sie werden wenig schlafen, sie werden viel planen und vorbereiten müssen, es kann dies oder jenes Unvorbereitete passieren, aber sie können sich und ihrer Mannschaft nichts Besseres antun als ein gut organisiertes Traininglager. Sie und die Spieler lernen sich mal von einer ganz anderen Seite kennen, ihre Mannschaft wächst in der Zeit schneller und enger zusammen als in mehreren Monaten normalem Trainingsbetrieb. Wichtigster Tipp von meiner Seite planen sie frühzeitig am besten in einem Team, dass durch zusätzliche Helfer entlastet wird. Grundregel eins, scheuen sie sich nicht Aufgaben zu delegieren, auch ihre Spieler können hier (je nach Alter) durchaus Arbeiten übernehmen.

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Wählen eines Zeitpunktes

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt und desto früher er feststeht, desto besser wird ihr Trainingslager besucht sein und desto eher kommen sie an Helfer heran. Trainingstechnisch günstig ist die letzte oder vorletzte Woche der Sommerferien da sich das Trainingslager hier am günstigsten in die Vorbereitung einbauen lässt. Der Zeitrahmen von einer Woche ist meiner Erfahrung nach ausreichend, da eine längere Trainingsdauer meist keine besseren Effekte zeigt. Falls sie keine Woche schaffen, lohnt sich natürlich auch eine kürzere Zeit, drei Tage sollten es meiner Ansicht nach aber mindestens sein. Um den Eltern und Teilnehmern/innen eine gewisse Planungsmöglichkeit zu geben, ist es sehr günstig, wenn sich ein gewisser regelmäßiger Termin für die Mannschaft oder auch für den Verein etabliert, an dem das Trainingslager stattfindet. (Auch günstig um Hallen, Räumlichkeiten etc. zu bekommen),

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Ort:

Diese Entscheidung ist meist von finanziellen Faktoren abhängig. Gerade im Jugendbereich sind die finanziellen Mittel nicht so üppig, so dass ein kostenaufwändiges Trainingslager auf einer Sportschule oder im Ausland etc. nicht infrage kommt. Das Trainingslager in der eigenen Halle ist oftmals die einzige finanziell durchführbare Lösung. Viele Gemeinden sind hier sehr großzügig und überlassen Jugendmannschaften aus dem eigenen Ort die Halle umsonst oder gegen einen kleinen Unkostenbeitrag. Auch für die Essensversorgung und bei der Frage der Betreuer bietet diese Lösung nicht zu verachtende Vorteile. Wesentlicher Nachteil und hier sollte man als Trainer auch die Spieler/innen darauf hinweisen ist die Gefahr, dass Spieler/innen die Nähe zur Heimat nutzen und sich von Zeit zu Zeit abmelden. Dies sollte in jedem Fall die absolute Ausnahme bleiben., da es für das Mannschaftsgefüge schlecht ist, wenn sich immer wieder Spieler/innen aus dem Trainingslager ausklinken. Der Lagercharakter, der wesentlich zur Festigung des Mannschaftsgefüges beitragen kann, geht hierdurch verloren. Genauso sollte man schon vor dem Trainingslager klar stellen, dass Besuche von Eltern, Geschwistern, Freund, Freundin das Trainingslager stören, da von außen Unruhe in die Mannschaft getragen wird. Falls die eigene Halle nicht zur Verfügung steht, ist Kreativität gefragt. So ist evtl. ein Trainingslager zusammen mit einem anderen Verein eine Lösungsmöglichkeit (eine Partnerstadt des Ortes z.B. Dies wird oft von den Gemeinden/Städten unterstützt) Nutzen sollte man in jedem Fall auch evtl. vorhandene Beziehungen zu anderen Vereinen (Tausch), Hallenwarten, Trainerkollegen, Eltern mit Ferienhäusern etc. Je nach Inhalt des Trainingslagers kann man evtl. auch einige Trainingsinhalte außerhalb der Halle durchführen und muss die Sporthalle vielleicht nur an ausgewählten Tagen "buchen".

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Betreuer

Ein ganz wichtiges Thema, erfahrungsgemäß aber auch ein sehr schwieriges Thema. Zunächst sollten sie sich darüber bewusst werden mit wie viel Teilnehmer sie maximal rechnen. Anschließend sollten sie sich überlegen, mit welchem Betreuerschlüssel sie optimal arbeiten wollen und welchen sie minimal noch vertreten können. (Faktoren die hierbei eine Rolle spielen, Struktur der Mannschaft evtl. Problemfälle, Örtlichkeit (innerorts, auf dem Land, Ausland, bekanntes Terrain) Verfügen sie in ihrem Verein nicht über eine große Anzahl an älteren Schülern oder Studenten ist es meist relativ schwer Freiwillige zu gewinnen, die eine Woche Urlaub opfern. Am besten sind natürlich immer Vollzeitkräfte, die während des ganzen Trainingslagers anwesend sind. Im Notfall sollten sie auch über Teilzeitkräfte nachdenken, die nur für einen Teil des Trainingslagers die Vollzeitkräfte unterstützen. Den harten Kern der Helfer (min.1) sollten sie kennen und gut einschätzen können. Desto größer die Betreuergruppe ist, desto eher können sie auch Leute einlernen. Da sie die Trainingsinhalte übernehmen, müssen die restlichen Betreuer nicht zwangsläufig Handballer sein, was den Kreis der potenziellen Mitstreiter erweitert. Eine Empfehlung von mir, lassen sie ruhig immer 1 oder 2 nebenher mitlaufen die beim jetzigen Trainingslager noch nicht in der Verantwortung stehen, aber schon ins Trainingslager hineinwachsen, im nächsten Jahr sind sie vielleicht genau auf diese Leute angewiesen und froh wenn sie sie schon ein Jahr vorher "eingelernt haben" Tipp nebenbei: Pädagogikstudenten, Sportstudenten benötigen oftmals ein Vereinspraktikum/einen Ferienjob, insofern kann sich ein Aushang an der Uni lohnen und eine Bestätigung zu schreiben ist ja kein Hexenwerk.

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Verpflegung

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, deren Vor- und Nachteile ich hier aufführen möchte:

Art Beschreibung Vorraussetzungen Vorteile Nachteile
Selbstverpflegung ihre Kids und sie kochen selbst Kochmöglichkeit ist vorhanden, kochkompetente Leute sind in der Mannschaft günstig und teilweise sehr amüsant, Essen kochen kann auch als Teambuildingmaßnahme eingesetzt werden organisatorisch aufwändig, da sie vorab sämtliche Lebensmittel einkaufen und während des Trainingslagers auch noch die Küche im Auge haben müssen der Zeitaufwand ist auch nicht zu unterschätzen, da das Kochteam ja eigentlich auch trainieren sollte!
Koch im Team bzw. Verpflegungsteam sie nehmen sich einen oder mehrere mit, die sich nur um die Küche kümmern Kochmöglichkeit und sie verfügen über ehrenamtliche Helfer, die gern kochen günstig, gute Entlastung, da weder sie noch die Spieler/innen sich um das Essen kümmern müssen
Professionelle Verpflegung sie lassen das Essen kommen, lassen sich bewirten finanzielle Mittel Entlastung teuer, meist nicht so flexibel, kein Spaßfaktor
Verpflegung durch die Eltern sie lassen das Essen kommen lassen sich von den Eltern bewirten Mitarbeit der Eltern Entlastung, günstig, sie lernen die Eltern kennen, die Eltern schnuppern ins Trainingslager ortsgebunden, funktioniert nur im Heimatort

Ein paar Tipps was man bei einem Trainingslager kochen kann und was meist gut ankommt:

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Inhalt

Die inhaltliche Gestaltung hängt einerseits natürlich vom Termin ab. Bei einem sehr frühen Terminzu Beginn der Vorbereitung kann der Schwerpunkt evtl. mehr auf konditionellen Aspekten und Teambuildingmaßnahmen liegen (bei vielen neuen Spielern/innen im Kader). Bei einem späten Termin eher auf taktischen Maßnahmen. Grundsätzlich muss man im Jugendbereich vor einem Trainingslager unter athletischen Maßnahmen warnen. Die Belastung von einem Training mehrmals am Tag sind die Spieler/innen sowieso nicht gewohnt, so dass ein reduziertes Training allein durch das häufigere Training und zusätzliche Faktoren (weniger Schlaf bei einem Trainingslager) anstrengend genug ist und genügend Reize setzt. Außerdem ist ein Athletiktraining nicht gerade sehr motivierend und wirkt sich eher negativ auf die Stimmung der Mannschaft aus. (für Erwachsene aus den gleichen Gründen ebenfalls nicht empfehlenswert) Günstiger sind in jedem Fall technische und taktische Schwerpunkte, die vielleicht auch im normalen Trainingsbetrieb zu aufwändig sind.

Bsp. Trainingsinhalte:

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Nutzen Sie auch die Tatsache, dass Sie bei einem Trainingslager viel bessere Möglichkeiten haben Theorie einzubauen und/oder mit zeitintensiven Videoanalysen zu arbeiten. Durch den weniger einschränkenden Zeitfaktor haben sie auch die Möglichkeit didaktisch einmal anders an Trainingsinhalte heranzugehen. Lassen sie z. B. von ihren Spielerinnen Lösungen im 2:2 erarbeiten/ausprobieren und im Anschluss der Gruppe vorstellen. Die selbstständige kreative Auseinandersetzung mit Taktik kann für manche Spieler eine ganz wichtige Erfahrung sein!

Freizeitinhalte:

Neben Training sollte man auch dafür sorgen, dass es weitere Aktivitäten gibt, da sonst die Gefahr besteht, dass die Mannschaft einen Lagerkoller erleidet. Auch wenn sich ihre Mannschaft gut versteht, so bedeutet eine Woche mit so vielen Leuten auf einem relativ kleinen Raum auch etwas Stress. Sorgen sie nicht für etwas Abwechslung, kann es passieren, dass Spannungen entstehen. Mit einem guten Freizeitangebot reduzieren sie diese Gefahr. Bei den Freizeitangeboten ist vor allem das kommerzielle Angebot in den letzten Jahren immer breiter geworden. Deshalb will ich mich hier auf einige Beispiele beschränken und noch einige Tipps geben für günstige und nicht weniger spannende Freizeitgestaltung : Kommerzielle Angebote:

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Günstige Alternativen:

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Wenig günstig wirken sich bei einem Trainingslager technische Geräte wie Handy, Gameboy, Spielekonsole etc. aus. Der Teilnehmerkreis bei diesen Spielen ist meist begrenzt und Ausgeschlossene fühlen sich oft benachteiligt, so dass es zu Streitereien kommt. (Für viele Kinder ist es eine ganz neue Erfahrung eine Woche ohne Computer, Fernsehen, Spielekonsole etc. auszukommen, bei guter Freizeitplanung werden diese Dinge aber überhaupt nicht vermisst. Deshalb am besten schon auf die Einladung schreiben, dass diese Dinge unerwünscht sind) Das Einsammeln von Handys erschwert die unerwünschte Kommunikation der Teilnehmer untereinander (nächtliche Verabredungen, Ausfüge etc.), was gerade die Nachtruhe und auch die Aufsicht bei gemischten Gruppen wesentlich vereinfacht. Kann man auch gut über die Strahlung begründen (;-))

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Bunter Abend

Ein bunter Abend sollte bei keinem Trainingslager fehlen! Für viele ist es der Höhepunkt eines Trainingslagers. Hier können Sie isch auch etwas entlasten, indem sie die Spieler/innen selbst planen lassen. (Kleines Team einteilen, das sich um den bunten Abend kümmert.) Ein paar Spiele sollte man allerdings immer aus dem Hut zaubern können.

Hier ein paar Spieleideen

Linktipps: http://www.praxis-jugendarbeit.de/spielesammlung/spiele-bunter-abend-wettspiele.html Kommentar: eher für Jüngere geeignet http://www.praxis-jugendarbeit.de/spiele-sammlung.html Kommentar: Recht umfangreiche Sammlung zu fast allen Bereichen (Sketche, Spiele drinnen draußen)
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