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Taktik

Gruppentaktik

Das Zusammenspiel in der Kleingruppe

Die wohl wichtigste Maßnahme im Angriff ist das sogenannte Stoßen (auch Parallelstoß oder Freilaufen in eigene Position FEP genannt). Ganz wichtig ist dieses Angriffsmittel deshalb, weil es bei allen "Überzahlverhältnissen" erfolgreich angewendet werden kann. Überzahlverhältnis bedeutet hier auf der einen Seite reale Überzahl (z.B. durch eine 2min Strafe) sowie eine Überzahl die links oder rechts von einem helfenden Abwehrspieler entsteht. Sobald also ein Angreifer 2 Abwehrspieler bindet (siehe Skizze) müssen die restlichen Angreifer nur noch die Nahtstellen zwischen den Abwehrspielern anlaufen, die Abwehrspieler werden nacheinander zum Aushelfen im anderen Arbeitsraum gezwungen bis kein "Helfer mehr da ist und ein Angreifer unbedrängt zum Wurf kommt. 

Die zusätzlichen Linien in den Skizzen dienen lediglich dem Andeuten der Arbeitsräume, um das Verständnis gerade bei Anfängern zu erleichtern. Außerdem wurde sowohl beim Stoßen als auch beim Kreuzen auf den Einbezug eines Kreisläufers verzichtet. 

Stoßen

Stoßen von Links LA versucht seinen Verteidiger weit nach links zu ziehen um dann überraschend mit einer Körpertäuschung in die Lücke zwischen Abwehrspieler 1 und 2 zu kommen.
Wenn Abwehrspieler 2 nicht aushilft Torwurf 
Wenn Abwehrspieler 2 aushilft Pass auf RL
Dieser läuft in die Lücke zwischen Abwehrspieler 2 und 3 
wenn Abwehrspieler 3 nicht aushilft > Torwurf
Wenn Abwehrspieler 3 aushilft Pass zu RM usw. ( helfen alle Abwehrspieler aus ist der letzte bei RR verbraucht, d.h. RA
kommt frei zum Wurf)
Animation zum Stoßen Zur Unterstützung der Vorstellung hier nochmals das Stoßen als animierte Bildfolge.
Tipps: 
  • Ganz entscheidend für das erfolgreiche Stoßen ist das richtige Timing, also weder zu früh los laufen und den Pass für den Mitspieler durch einen zu geringen Abstand zum Abwehrspieler erschweren, noch zu spät loslaufen und so der Abwehr genügend Zeit geben den Fehler wieder auszugleichen.

  • Torgefährlichkeit auf jeder Position,  erst die eigene Chance suchen (Blick zum Tor) und erst dann passen wenn der Abwehrspieler wirklich aushilft  

 

Kreuzen

Grafik Kreuzen Kreuzen RM -RL  Nach Pass von RR  läuft RM mit Ball in die Nahtstelle zwischen seinem Abwehrspieler und dem Abwehrspieler von RL und versucht dabei seinen Gegenspieler möglichst weit aus dem Arbeitsraum 3 (A3) mitzunehmen Im A3 befinden sich jetzt weder ein Angreifer noch ein Abwehrspieler, dafür befinden sich 2 Angreifer und 2 Abwehrspieler im A2, deshalb wechselt RL in den frei gewordenen A3 
RL sollte idealer Weise genau in dem Moment hinter RM sein und den Ball bekommen, wenn dessen Abwehrspieler zwar mitgegangen aber noch nicht übergeben hat
Nach dem Pass von RM geht RL im A3 Steil zum Tor und kommt zum Torwurf 
Kreuzen RM und RL
Tipps:
  • Der "holende" Spieler (im Bsp. RM) muss torgefährlich, also relativ steil in die Nahtstelle laufen, da das Kreuzen nur dann funktioniert, wenn der Abwehrspieler wirklich mitgeht/mitgehen muss.

  • Der Laufweg des hinterlaufenden Spielers sollte nicht zu flach sein. Bei einem zu flachen Anlauf (Anlauf mehr Richtung Seitenlinie denn Richtung Tor) treten meist mehrere Probleme auf:
    - unkontrollierter Wurf, da der Körper im letzten Moment weit gedreht werden muss - für den Torwart und die Abwehr leicht zu erahnender Wurf oder Abspiel, da der Spieler sich durch die Laufrichtung in seiner Handlungsfreiheit selbst einschränkt.Dehalb min. die letzen beiden Schritte steil zum Tor!


Kreuzen mit Parallelstoß

Wie normales Kreuzen, nur dass der Abwehrspieler aus A4 noch aushilft, RL kommt also nicht zum Wurf. Wie oben schon erwähnt wird wenn ein Abwehrspieler aushilft mit Stoßen weitergespielt, RL wirft also nicht auf das Tor sondern passt zu RR der in die Lücke stößt 
   

Sperren mit Absetzen

Die Sperre (mit Absetzen)  ist ein sehr effektives Angriffsmittel. Dabei wird ein Abwehrspieler durch den Körper eines Angriffspielers gesperrt, (dies ist nach Regel 8:3 ausdrücklich erlaubt, selbst dann wenn er sich nicht in Ballbesitz befindet) Sperre mit Absetzen wird in der Regel mit einem Kreisläufer und einem Rückraumspieler gespielt. Für Rechtshänder ist die dargestellte Sperre mit Absetzen (Sperre auf RL) am einfachsten zu spielen. Andere Möglichkeiten sind vom Prinzip her gleich 

Laufen in Sperrstellung  Mit dem Pass von LA auf RL läuft KM in die Sperrstellung. Sein Abwehrspieler begleitet ihn. RL nutzt die Sperrstellung aus und geht an seinem Abwehrspieler vorbei. Je nach Verhalten des mit KM mitgelaufenen Abwehrspieler ergeben sich folgende Möglichkeiten: 
Der Abwehrspieler bleibt bei KM
RL kommt zum Wurf oder (nicht dargestellt) der nächste Abwehrspieler hilft aus, dann geht es mit Stoßen zur rechten Seite weiter 
Absetzen
Der Abwehrspieler übergibt KM und übernimmt RL. KM befindet sich gegenüber dem gesperrten Abwehrspieler im Vorteil und kann sich schneller Richtung Tor lösen (absetzen) um das Anspiel von RL zu erhalten
Tipps:
  • Wichtig beim Sperren ist das Timing, der Sperrende (KM) sollte nicht zu lange in der Sperrstellung stehen, da dies dem gesperrten Abwehrspieler die Möglichkeit gibt die Sperre zu umlaufen. 

  • KM sollte von der Mitte aus in die Sperrstellung laufen, da von hier aus eine Reaktion auf Bewegungen des Halbverteidigers eher möglich ist. Läuft KM von Hinten oder zu steil an den Halbverteidiger heran wie in der Abbildung,  kann es passieren, das ein seitliches blockieren des Abwehrspielers nicht mehr möglich ist, die Sperre ist dann nicht effektiv 

  • Das Absetzen sollte direkt zum Tor also nicht nach Außen erfolgen, da KM hier in den Schatten des gesperrten Abwehrspielers läuft, was den Pass von RL unnötig erschwert. 

  • RL sollte zunächst steil zum Tor gehen bis die Sperre steht, läuft RL zu flach (wie in der Abbildung) dann wird es durch die Seitwärtsbewegung des folgenden Abwehrspieler schwierig für KM eine saubere Sperre zu stellen, außerdem wird der Raum sowohl für die Absetzbewegung als auch für das Weiterspiel (Stoßen) kleiner. 

 

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