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Körpertäuschung zur Wurfhand

Unter einer Körpertäuschung zur Wurfhand versteht man im Handball eine Täuschungshandlung bei der auf der Gegenwurfhandseite (also beim Rechtshänder links) ein Durchbruch oder Wurf angetäuscht wird und anschließend ein Durchbruch oder Wurf auf der Wurfhandseite (beim Rechtshänder rechts) stattfindet. 
Hierbei gibt es sehr viele Möglichkeiten, da die Auftakthandlung, also die Täuschungshandlung vielfach variiert werden kann. Von einer einfachen Laufbewegung über Wurf-, Pass oder Prelltäuschungen bis hin zu einem angetäuschten Überzieher gibt es zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. 
Im Anfängerbereich sollen aber vorerst zwei Varianten genügen, die sich nur von der Art des Einspringens unterscheiden. Über Vor- und Nachteile kann man diskutieren, letztendlich ist es aber wohl eine Geschmacksfrage des Angreifers oder Abwehrspielers, gute Angreifer beherrschen ohnehin meist beide Varianten und setzen sie je nach Situation ein.

Tendenziell kann man wohl sagen, dass im Kinder und Jugendbereich die beidbeinige Variante etwas leichter erlernt wird. Leider darf diese etwas einfachere Variante streng genommen nicht nach dem eigenen Anprellen genutzt werden, da hier das beidbeinige Einspringen schon als erster Schritt zählt, somit der Spieler insgesamt 4 Schritte für diese Technik benötigt. Die Regelung geriet durch die etwas laxe Handhabung in der Vergangenheit etwas in Vergessenheit, die Schiedsrichter sind zur Saison 2005/2006 aber angewiesen mehr darauf zu achten. (Als wäre es nicht schon schwer genug "normale" Schrittfehler zu sehen.)  

1.1 Beidbeinig eingesprungene Körpertäuschung

Skizze:

Animation Körpertäuschung zur Wurfhand, Schrittfolge mit beidbeinigem Einspringen

Bewegungsbeschreibung

Bei dieser Körpertäuschung ist der erste Bodenkontakt nach der Ballannahme gleichzeitig mit beiden Füßen. (sog. Nullschritt im Handball. Achtung!! Den Nullschritt gibt es nicht aus dem Anprellen (Selbstvorlage), sondern nur nach Pass und Fangen. Die Schiedsrichter sind angehalten auf korrekte Anwendung des Nullschritts zu achten, demnach zählt das beidbeinige Einspringen nach dem Anprellen als ein Schritt -bei ungleicher Landung als 2. ) Nach dem Nullschritt wird mit einem kleinen Schritt nach links der Gegenspieler dazu verleitet, auf diese Seite mitzugehen, um dann mit einem starken Abdruck vom linken Bein und dem Landen auf dem rechten Bein einen Raumgewinn zu erzielen Der dann mit dem dritten und letzten Schritt zum Durchbruch Richtung Tor (Idealfall, oder zum Werfen mit relativ freien Wurfarm genutzt werden kann.)

Videos demnächst

Beobachtungsschwerpunkte 

  • beidbeiniges Einspringen um keine Probleme mit dem Regelwerk zu bekommen, muss dieses Einspringen mit einer gleichzeitigen Landung beider Beine verbunden sein. In der Handballrealität (ohne Videoanalyse) wird diese Entscheidung meist auf akustischer Basis gefällt. Weiterhin ist hinsichtlich der Stabilität wichtig, dass die Beine etwa schulterbreit auseinander sind.  
  • Täuschschritt  nicht zu groß, nicht klein werden, d.h. Kopf oben lassen, Schritt mehr zur Seite als nach vorne
  • Abdruck zur Seite nicht nach vorne 
  • letzter Schritt  dynamisch nach vorne, dieser Schritt bereitet den Wurf vor, ist also wesentlich mitverantwortlich für die Wurfqualität 
  • Abstand ungefähr etwas mehr als eine Armlänge (zu wenig Distanz bedeutet der Abwehrspieler kann sehr viel Kraft auf den Angreifer entwickeln (klammern) zu viel Abstand hat den Nachteil, das der Abwehrspieler relativ viel Zeit hat um zu reagieren bzw. der Angreifer auf Grund des großen Abstands dazu gezwungen ist, nochmals zu prellen nah genug an das Tor zu kommen (Gefahr des Ballverlusts. 

typische Fehlerbilder und Korrekturen

  • zu viel Vorlage beim beidbeinigen Einspringen (Kontrolliertes Täuschen nicht mehr möglich beidbeiniges Abstoppen isoliert üben Anhalten auf Zuruf als Übung oder auch als Spiel z.B. Versteinerungsspiele Zauberfangevariationen etc.)
  • zu großer Schritt bei der Täuschung (dies hat den Nachteil, dass durch den abgesenkten Körperschwerpunkt ein dynamischer und schneller Abdruck auf die andere Seite wenn nicht ganz unmöglich so doch zumindest wesentlich erschwert ist) Mündliche Korrektur oftmals ausreichend evtl. mit Bodenmarkierungen arbeiten (Vorsicht Rutsch und Stolpergefahr, nur geeignetes Material verwenden)
  • Körpertäuschung in den Abwehrspieler hinein. Problem: Abwehrspieler hat es leichter Gründe: fehlender Abstand beim Einspringen, zu viel Vorlage nach beidbeinigem Einspringen, Täusch- und Abdruckschritt zu weit nach vorne, zu wenig zur Seite 
  •  
  • Bsp.1 (Video mit zu viel Vorlage)
  • Bsp.2 (Video mit zu großem Seitschritt )
  • Bsp.3 (Video mit zu geringem Abstand zum Abwehrspieler )

 

 

1.2 Einbeinig eingesprungene Körpertäuschung

Skizze:

Animation Körpertäuschung zur Wurfhand, Schrittfolge

 

Bewegungsbeschreibung

Bei dieser Körpertäuschung ist der erste Bodenkontakt nach der Ballannahme mit dem linken Fuß, der gleichzeitig auch der Täuschungsschritt ist. Der weitere Ablauf entspricht der  Körpertäuschung mit beidbeinigem Einspringen. Also starker Abdruck vom linken Bein und Landen auf dem rechten Bein (Raumgewinn). Mit dem dritten und letzten Schritt Durchbruch Richtung Tor und Torwurf vorbereiten. 

Video ist geplant

Beobachtungsschwerpunkte, Fehlerquellen 

  • Abstand in etwa eine Armlänge (ein zu großer Abstand bedeutet zu viel Reaktionszeit für den Abwehrspieler, ein zu kleiner Abstand erleichtert dem Abwehrspieler das klammern)
  • einbeiniges Einspringen rechter Fuß darf nicht "tippen" 
  • Täuschschritt bzw. Täuschung geschieht hauptsächlich durch den Oberkörper > nicht klein werden, d.h. Kopf oben lassen, Schritt mehr zur Seite als nach vorne
  • Abdruck zur Seite und wenig bis gar nicht nach vorne
  • letzter Schritt dynamisch nach vorne, dieser Schritt bereitet den Wurf vor, ist also wesentlich mitverantwortlich für die Wurfqualität

 

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